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  • Tongefäß
  • Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939), Sammler
  • 1000 - 1550
  • Costa Rica
    Cartago (Provinz)
    Navarrito (Ort)
  • Ton
  • Höhe: 7,25 cm
    Durchmesser: 9,9 cm
    Öffnung: 4,4 cm
    Mündung: 5 cm
    Wandstärke: 0,45 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 41446
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Beschreibung
Kleiner, bauchiger Krug mit kurzem Hals und leicht auskragendem Rand. Das Objekt besitzt zwei unterrandständige, vertikale Bandhenkel, die plastisch verziert wurden. Auf der Schulter befinden sich zwei aufgesetzte, gegenständige Applikationen. Das Gefäß wurde beidseitig geglättet und geschlämmt. Seine Außenseite und die innere Randpartie sind grundiert. Die plastischen Verzierungen blieben unbemalt. An einem Henkel und am Rand befinden sich kleine Frakturen.

Die monochrome Keramik besitzt eine rot-braune Grundfarbe. Die Henkel wurden mit drei aufgesetzten, runden Knubben verziert, die möglicherweise ein Gesicht darstellen. Die schulterständigen Applikationen zeigen ein horizontales Wellenband, das zwei gegenständige Knubben mit vier Ritzungen besitzt. Nach Holmes (1888) und MacCurdy (1911): handled group. Nach Lothrop (1926): highland, handled ware.

Kulturelle Bedeutung: überregional verbreitete Keramik, die im Zentralen Hochland, an der Atlantischen Abdachung und in der Region Diquís hergestellt wurde. Die historischen Gruppen Curridabat ware (Hartman 1907), stone cist ware (La Cabaña Aplicado), red ware, type C (Lothrop 1926) und handled group (Holmes 1888; MacCurdy 1911) sind aus typologischer Perspektive eng miteinander verwandt. Die Keramiken wurden in den Perioden VI (1550-1000d.C.) und V (1000-500d.C.) angefertigt. Monochrome, plastisch verzierte Waren sind sowohl aus Steinkistengräbern als auch aus Haushaltskontexten bekannt. Hartman (1901: 31-33) fand in Las Mercedes (Atlantische Abdachung) Objekte des Typs La Cabaña Aplicado, die mit Glasperlen assoziiert waren. Stone (1977: 167) berichtet aus Tuis (Zentrales Hochland) Keramiken derselben Gruppe (stone cist ware), bei denen sich eine venezianische Glasperle befand.
(Künne 2004)


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