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  • Tongefäß
  • Policromo Medio (800 - 1350)
  • Costa Rica
    Guanacaste (Provinz)
    Santa Cruz (Kanton)
    Fundort: Santa Bárbara (Ort)
  • Ton
  • Objektmaß: 20,5 x 16,7 x 18,2 cm
    Wandstärke: 0,85 cm
    Gewicht: ca. 1,3 kg
  • Ident.Nr. IV Ca 41134
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Beschreibung
Ovaloider, vierbeiniger Krug mit fließendem Halsansatz und leicht auskragendem Rand. Am Körper befinden sich zwei gegenständige, hohle Kopfprotomen mit Halsansatz und kleinen Öffnungen. Die kurzen Beine besitzen kleine, runde Öffnungen und Rasselkugeln. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Seine Außenseite ist polychrom bemalt und poliert. Die Bemalung ist leicht erodiert. Ein Bein und ein Protomen sind vollständig fragmentiert.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot-orange und schwarz-braun bemalt wurde. Am Gefäßhals und an den Beinen befinden sich umlaufende rot-orange Bänder, die schwarz-braune Punkte besitzen. Der Körper wird durch zwei gegenständige, ovale Bildfelder verziert. Sie scheinen die Fellzeichnung einer Raubkatze widerzugeben. In den Leerfeldern erscheinen zwei katzenähnliche Kopfprotomen mit Halsansatz. Sie besitzen schwarz-braune Flecken, die ebenfalls die Fellzeichnung einer Raubkatze imitieren. Auf der Innenseite der Keramik sind unregelmäßige Spuren einer weiß-gelblichen Grundierung sichtbar. Das Objekt gehört nach Bransford (1881) zur Sta. Helena ware. Lothrop (1926) diskutiert dieselbe Gruppe unter seiner Nicoya polychrome ware.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Keramiken dienten als überregionale Handelsware.
(Künne 2004)


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