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Fragment eines liturgischen Gewandes
  • Fragment eines liturgischen Gewandes
  • Kleidung
  • verbale Datierung: 13.-15. Jahrhundert
  • Ägypten (Land/Region)
  • Grundgewebe aus Baumwolle mit Stickerei in Seide
  • 66 x 38,5 cm
  • Ident.Nr. 9175
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Reinhard Saczewski
Description
Multimedia
Das rechteckige Fragment bildete einst das Mittelstück des Rückenteils einer aus mehreren Teilen zusammengesetzten Dalmatik. An der linken Kante sind eine Naht und Stoffreste erhalten, die von einem keilförmigen Einsatz stammen, welcher entsprechend an der rechten Kante zu ergänzen ist. Die obere Kante ist in der Breite der Halsöffnung gesäumt und mit rot-weißen Seidenfäden umstickt. Am Schulteransatz ist beidseitig eine Verschlussöse angebracht. Die einstige liturgische Verwendung des Fragments ist aus der Darstellung und ihren Beischriften abzuleiten, die - geringfügig variiert - mehrfach bei zeitgleichen vollständigen Dalmatiken bezeugt sind. In den Zwickeln des großen Kreuzes mit geschweiften Enden stehen als nomen sacrum abgekürzt die Worte "Jesus Christus, Gottes Sohn". Der dreizeilige arabische Text darüber lautet: "Gefertigt für den gesegneten Sohn, den ehrwürdigen Diakon, den Meister (...), Sohn des Meisters Ibrahim Chalil. Gott schütze ihn!" Unter dem Kreuz thront Maria mit dem Christuskind zwischen der Engelgarde: zu ihrer Rechten Michael, ein Schwert schulternd, zu ihrer Linken Gabriel. Zuunterst sind zwei Reiter auf nach rechts sprengenden Pferden wiedergegeben, die mit ihren Lanzen je einen Drachen bekämpfen. Der linke schwingt darüber hinaus ein Krummschwert. Der rechte ist durch einen Schriftzug als heiliger Georg identifiziert. Die Datierung dieses Stückes ist umstritten. Zwar sind Baumwollgewebe in Ägypten seit römischer Zeit nachzuweisen, in großen Mengen produziert wurden sie aber erst ab dem 13. Jahrhundert.


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