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Rothschild Polen-Teppich
  • Rothschild Polen-Teppich
  • Polen-Teppich (Knüpfteppich)
  • 1570 - 1670
    Datierung engl.: 1570 - 1670
  • Herkunft (Allgemein): Iran (Land)
    Herkunft (Allgemein): Isfahan (Ort)
  • Kette: Baumwolle; Schuss: Baumwolle, Seide, broschiert; Knoten: Seide, asymmetrisch, V 50, H 65 pro 10 cm
  • Höhe: 200 cm
    Breite: 140 cm
    Rahmenmaß: 211,0 x 151,0 cm
  • Ident.Nr. I. 27/68
  • Sammlung: Museum für Islamische Kunst
  • © Foto: Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Ingrid Geske
Beschreibung
Vollständig erhaltener sogenannter Polen-Teppich. Auf einem heute beigefarbenen Grund ist ein mehrfarbiges verblasstes Muster zu erkennen, welches ursprünglich wahrscheinlich aus einem dunklen Blau, kräftigem Lachsrot, Grün und Gelb bestand. Der aus Seide bestehende Flor verblasste im Laufe der Zeit, so dass die Farben matt erscheinen. Auch die zum Teil silbernen und goldenen Broschierungen sind allmählich oxidiert.
Das Muster besteht im Zentrum aus einem Medaillon mit floralem Umriss, dessen Konturen aus acht orangefarbenen Gabelblättern und dunkelblauen Rankenmotiven gebildet werden. Innerhalb des Medaillons sind verschiedene Arten von Blüten kreuzförmig angeordnet. Die Blütenranken um das Medaillon sowie innerhalb des Medaillons zeigen eine Symmetrie.
Die Komposition wird von einer Hauptbordüre umrahmt, die auf bräunlichem Grund ein reziprokes Zinnenmuster aufweist, wobei die Zinnen ebenfalls an stilisierte Blüten erinnern. Zwei schmale Nebenbordüren laufen entlang der Hauptbordüre und sind ebenfalls mit Blüten und Blattmotiven verziert.
Ein wichtiges Merkmal dieser Art von Teppichen ist die Verwendung von Seide für den Flor und goldene sowie silberne Metallfäden für besondere Musterakzente
(vergleichbar mit I. 23). Da einige Teppiche aus dieser Gruppe polnische Adelswappen aufweisen, wurden sie als Polen-Teppiche bezeichnet. Herkunft und Datierung der Teppiche sind durch Schriftquellen gut dokumentiert. Hergestellt wurden sie in safawidischen Manufakturen in Isfahan zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert und waren vor allem als diplomatische Geschenke für europäische Höfe bestimmt. Die kleinformatigen Teppiche wurden als Paar produziert, so dass auch dieser Teppich ein Pendant aufweisen kann, der in Privatbesitz ist.


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