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  • Teller (Gefäßkeramik)
  • 1. Viertel 17. Jahrhundert
    Datierung engl.: 1st quarter of the 17th century
    Dynastie - dt.: Osmanen
    Dynastie - engl.: Ottomans
  • Herkunft (Allgemein): Türkei (Land)
    Herkunft (Allgemein): Iznik (Ort)
  • Quarzfritte, kobaltblaue, Chrom-grüne, Bolus-rote, braungraue und schwarze Bemalung unter transparenter farbloser Glasur
  • Höhe: 6,3 cm
    Durchmesser: 31 cm
    Wandungsstärke: ca. 0,6 cm
  • Ident.Nr. I. 22/60
  • Sammlung: Museum für Islamische Kunst
  • © Foto: Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Johannes Kramer
Beschreibung
Multimedia
Teller mit flachen Rand in mehrfarbiger Bemalung unter transparenter farbloser Glasur. Der gesamte Spiegel wird von einer Tierkampfszene zwischen Panther und Stier und floralem Dekor aus Fiederblättern und Blüten gefüllt.

Tierkampfszenen sind in der islamischen Kunst weit verbreitet. Häufig ist der Kampf zwischen Löwe und Stier dargestellt, ein Motiv, das sich auch im mittelalterlichen Architekturdekor, insbesondere in der Türkei, Syrien und Nordirak nachweisen lässt. Es lässt sich bis in den vorislamischen Alten Orient zurückverfolgen.

Auf diesem Teller ist die Darstellung leicht modifiziert: der Löwe, der den Stier hier von hinten angreift und ihm in den Rücken beißt, ist durch einen Panther ersetzt. Unklar ist, ob mit der Veränderung der Ikonographie auch eine Bedeutungsveränderung einhergeht.

Gebrauchskeramiken aus der westanatolischen Stadt Iznik (das antike Nicäa) in der heutigen Türkei gehören zu den bekanntesten Zeugnissen osmanischer Kunst, die seit dem 19. Jahrhundert zunehmend auch von Europäern gesammelt werden. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts werden in Iznik verschiedenartige Gefäße mit einem hellen, harten Scherben (Quarzfritte) hergestellt, auf den in unterschiedlichen Farben vor allem florale Dekore aufgetragen und mit einer transparenten farblosen Glasur überzogen wurden.

Orientieren sich die frühen Iznik-Waren an chinesischem Blau-Weiß-Porzellan, so nimmt im Laufe des 16. Jahrhunderts die Palette an Farben und Dekoren deutlich zu. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts tritt zu Blau, Grün, Mangan und Schwarz ein charakteristisches, kräftiges Rot (sog. Bolus-Rot), das zumeist als Schlicker aufgetragen wurde und sich plastisch abhebt.


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