SMB-digital

Online-Datenbank der Sammlungen

  • Fragment (Tierfigur)
  • 686 - 715
    Datierung engl.: late 7th - early 8th century
    Dynastie - dt.: Sasaniden
    Dynastie - engl.: Sasanids
  • Herkunft (Allgemein): Iran (Land)
    Herkunft (Allgemein): Nizamabad (Ort)
  • Gips, geformt, geschnitten, geritzt, rote und blaue Bemalung
  • Höhe: 89 cm
    Breite: 118 cm
    Tiefe: 30 cm
  • Ident.Nr. I. 4884
  • Sammlung: Museum für Islamische Kunst
  • © Foto: Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Johannes Kramer
Beschreibung
Multimedia
Fragment eines großen Stuckreliefs mit der halb lebensgroßen Darstellung eines Pferdes sowie Resten seines Reiters: Während vom Pferd größere Teile erhalten sind, blieb vom Reiter nur ein Teil von Oberschenkel, Knie und Wade. Zu erkennen ist, dass er eine Hose und ein knielanges Gewand trug.
Vom Pferd ist der Torso mit dem größten Teil des Kopfes erhalten; allerdings sind größere Partien der Oberfläche abgeplatzt. Die Mähne des Tieres war in sorgfältige S-förmige Locken gelegt, während der obere Teil der Mähne kurz geschoren war und aufrecht stand. Das Tier trug verziertes Zaumzeug mit einem mondsichelförmigen Anhänger auf der Stirn. Das Auge ist plastisch modelliert, die unteren Wimpern sind eingeritzt.
Der Reiter sitzt in einem deutlich erkennbaren Sattel, unter dem drei Satteldecken liegen und der durch einen Bauchgurt sowie Brust- und Schweifriemen gehalten wird. Der Bauchgurt ist mit einem breiten Zickzackmuster geritzt, während der Brustriemen mit runden herabhängenden Plättchen verziert war. Der Schweifriemen mit der gleichen Verzierung ist heute nicht mehr erhalten. Die unterste und größte Satteldecke ist nur als rechteckige Ritzlinie erhalten; die mittlere, kleinere und ebenfalls rechteckige Decke ist mit einer herzförmigen Borte eingefasst. Die oberste Satteldecke ist abgerundet und mit einer Perlborte gesäumt.
Drei Beinfragmente wurden auf Grund ihrer Größe und Proportionen diesem Torso zugeordnet. Es handelt sich um Teile der beiden Hinterbeine mit Hufen sowie den Huf eines erhobenen Vorderbeins, sodass das Pferd als Schritt gehend dargestellt war. Zwei nicht direkt anpassende, kleinere Schweiffragmente sind längs geritzt. An mehreren Stellen sind Farbreste erhalten: rot für das Pferd, rotbraun für den Schweif, blau für den Hintergrund und schwarz für den Bauchgurt. Die ursprünglich vorhandenen Reste von Vergoldung existieren nicht mehr.
Der Reiterpferdetorso gehört zu einer großen Zahl an Stuckfunden aus dem Ort Nizamabad, der südlich von Rayy (Iran) lokalisiert wird und wo Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhundert offenbar umfangreiche Raubgrabungen stattfanden. Es sind unter anderem lebensgroße, halb lebensgroße und kleinere Reiterfriese gefunden worden.


SMB-digital steht unter einer
Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie bei der bpk-Bildagentur
unter www.bpk-bildagentur.de erhalten.