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  • Tierfigur (Rundplastik)
  • um 740
    Datierung engl.: c. 740
    Dynastie - dt.: Umaiyaden
    Dynastie - engl.: Umayyads
  • Herkunft (Allgemein): Jordanien (Land)
    Fundort: Mschatta (Ort)
  • Kalkstein, geschnitten, eingeschnitten
  • Höhe: 72,5 cm
    Breite: 121,5 cm
    Tiefe: 42 cm
  • Ident.Nr. I. 6171
  • Sammlung: Museum für Islamische Kunst
  • © Foto: Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Johannes Kramer
Beschreibung
Multimedia
Nicht ganz vollständig erhaltene Löwenskulptur aus Kalkstein. Der Löwe ist liegend in angespannter Haltung wiedergegeben. Sein Kopf ist geradeaus gerichtet, ebenso wie die nach vorne gestreckten Vorderbeine. Anatomische Details wie Rippen, Brustkorb und die Binnenzeichnung von Vorder- und Hinterläufen sind durch eingeschnittene Kerben angegeben. Die Hinterpfoten, die Mähne und der Schwanz sind detailliert wiedergegeben, wobei die Mähne aus zahlreichen nach links bzw. nach rechts eingerollten Löckchen besteht. Der Schwanz verläuft von unter dem rechten Oberschenkel über den Körper und mündet in einer langen Quaste auf dem Rücken. Der Kopf ist stark beschädigt und das Gesicht fehlt.
Der Fundort im Thronsaal sowie das Fragment einer weiteren Löwenpfote (I. 6187) könnten darauf hinweisen, dass zwei fast lebensgroße Löwenskulpturen den Thron des Kalifen flankierten und dessen Macht und Stärke versinnbildlichten. Gefunden in der westlichen Nische des Thronsaales.
Lebensgroße Statuen von Frauen, Männern und Tieren gehörten zur Ausstattung des Wüstenschlosses von Mschatta. Bis heute sind die Fragmente von über 20 Statuen im sogenannten Thronsaal sowie in der Säulenhalle im Eingangsbereich entdeckt worden. Eine derartige Ausstattung ist auch aus den zentralen Bereichen anderer umaiyadischer Paläste bekannt, wo große Skulpturen aus Stuck nachgewiesen werden konnten. Sie zeigen, dass in frühislamischer Zeit im weltlichen Umfeld der Kalifenpaläste das sogenannte Bilderverbot des Islam keine spezielle Beachtung fand.
Die Statue gelangte 1903 zusammen mit der Palastfassade als Geschenk des osmanischen Sultans an Kaiser Wilhelm II. nach Berlin.


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