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  • Frauenkleid
  • Peter W. Schienerl (17.12.1940 - 3.4.2001), Sammler
  • Sinai (Land/Region)
    Beduinen (Bevölkerungsgruppe)
  • Baumwolle; Seidengarn
  • Länge x Breite: 134 x 131 cm (B: Ärmel
  • Ident.Nr. I B 9986
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Nordafrika, West- und Zentralasien
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Kerstin Flemming
Beschreibung
Hemdartig geschnittenes Frauenkleid mit spitzrundem Halsausschnitt aus schwarzem Baumwollsatin, zum Großteil flächenfüllend mit Kreuzstichen, vor allem in Blautönen, bestickt.
Die langen Ärmel sind angesetzt und im Manschettenbereich geschlitzt, der Saum durch seitliche Einsätze, die bis zum Achselbereich verlaufen, extra geweitet.
Optisch geprägt ist das Kleid auch durch Einsätze im schwarzen Grundgewebe: Zerschlissene Gewebeteile aus unbestickten Partien des schwarzen Grundgewebes wurden herausgeschnitten und wiederum ebenfalls durch gebrauchtes ähnliches Material ersetzt – durch Einsetzen von Teilen. Die flächenfüllend bestickten Bereiche blieben aufgrund ihrer Stabilität erhalten und wurden wieder verwendet.
Die Stickereien befinden sich auf Ärmeloberseiten und Manschetten, als quadratischer Musterblock auf der Brust, als breite Bordüre auf der Vorderseite und als doppelt so breite Bordüre auf der Rückseite – jeweils im Saumbereich. Ausgehend vom Saum steigen diese Bordüren an den Rockseiten bis zur Hüfte. – Stilisierte florale Formen, zu vertikalen und horizontalen Musterstreifen komponiert, befinden sich auf der gesamten flächenfüllenden Stickerei.
Obwohl das Stickgarn in mehreren Farben verarbeitet worden ist, dominiert eindeutig Blau das Erscheinungsbild.
Vereinzelt schmücken aufgestanzte Straßsteinchen innerhalb der Stickerei Brusteinsatz, Ärmel und Bordürenbereiche mit Glitzereffekten.
Die Randabschlüsse des Kleides, zwecks Verstärkung umgeschlagene Schnittkanten, sind lückenlos mit verschieden farbigen Garnen umstochen. So lässt der optische Eindruck zunächst Zierschnüre vermuten.
Alle Nähte sind von Hand gemacht; das betrifft die gesamte Verarbeitung.

a) Material:
1. alle Grundgewebe; Original- und Ausbesserungsmaterialien: Baumwollsatin, schwarz
2. Stickerei:
Baumwollgarne (s-gezwirnt: S2z) in Blau, Zinnober, Orange, Bordeaux, Rosa, Goldgelb, Grün
3. Strasssteine:
weißes Glas mit Messinghülse
4. Verstärkungsgewebe innen:
a) Saum (dort überstickt): Baumwollgewebe, leinwandbindig, aufgerauht, bedruckt; rohweißer Grund mit Sonnenmotiven in zwei Blautönen und einem Grünton auf Gittermotiv
b) Saum (dort gegengenäht): im Mittelbereich d. Rückseite: Baumwollgewebe, köperbindig, aufgerauht, bedruckt; auf dunkelblauem Grund geometrische Gittermotive mit eingestreuten kleinen Quadraten, ähnlich „Stadtplänen“, in den Farben Olivegrün, Dottergelb und Cremeweiß
c) Manschettenbereich der Ärmel: regenerierte Zellulose, leinwandbindig, mit Blumenmotiven bedruckt (gelb, grün)
5. Nähfäden:
Baumwollzwirne

Herstellungstechnik:
Siehe „Material"!
- Kreuzstickerei, flächenfüllend
- Zweitverwendung der flächenfüllend bestickten Bereiche
- vereinzelt eingestanzter Straß
- manuelle Doppelsteppstichnähte, z.T. außen mit Vorstichreihen übersteppt - Außenkanten ( Ärmelabschlüsse, Halsausschnitt, Saum) mit Gewebeeinlagen verstärkt, anschließend lückenlos überstickt: zur Erzeugung von kompakten wiederstandsfähigen Flächen in strapazierten Bereichen; Reihung und regelmäßige Farbwechsel erzeugen optisch Schnureffekte.


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