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  • Frauenkleid
  • Peter W. Schienerl (17.12.1940 - 3.4.2001), Sammler
  • Sinai (Land/Region)
    Beduinen (Bevölkerungsgruppe)
  • Baumwolle; Seidengarn
  • Länge x Breite: 140 x 116 cm (B: Ärmel)
  • Ident.Nr. I B 10035
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Nordafrika, West- und Zentralasien
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Kerstin Flemming
Description
Hemdartig geschnittenes Frauengewand, bestehend aus schwarzem Grundgewebe mit angesetzten langen weiten Ärmeln, deren Innenseiten in einer Spitze bis zum Kniebereich auslaufen. Seitliche keilförmige Einsätze im Rockteil geben dem Kleid seine Seite.
Verzierung: Symmetrische Musterblöcke in farbiger flächenfüllender Kreuzstickerei: gestickte Ornamentbänder, bestehend aus Quadrat-, Dreieck – und Stern sowie stilisierten Pflanzenmotiven. Rot und Blau dominieren die Farbgestaltung; in kleineren Mengen kommen weiterhin vor die Farben: Gelb, Orange, Grün, Zyklam und Bordeauxrot.
Die Ärmelinnenkanten und die -außenkanten im Schulterbereich schmücken gezackte applizierte Bänder aus schmutziggelben und roten mit weißen Sternchen bedruckte Baumwollgewebe. Der Halsausschnitt ist mit dem letztgenannten Material besetzt. Die Saumabschlüsse auf der Vorder- und Rückseite sind in Breite und Farbgestaltung verschieden.- Sie bestehen jeweils aus mehreren gestickten Streifenreihen, hergestellt mit Platt bzw. Grätenstichen.

Maße in cm:
Länge: 140; hintere Länge: 144 // Schulterbreite rechts und links: 24 // obere Ärmellänge rechts: 108; links: 109 // Brustumfang. 126 // Halsausschnitt; Halsumfang /Kragenrand: 38; Öffnungsschlitz: 15 // Saumweite: 205

Material:
1. Grundgewebe:
Baumwollsatin, schwarz (Gewebebreite: 55 cm) / Baumwollgewebe, leinwandbindig, schwarz (seitliche Rockeinsätze)
2. Verstärkungsgewebe am Saum:
- fliederfarbenes, mullartiges, leinwandbindiges Baumwollgewebe (siehe 4. „applizierte Details“ - schmutziggelbes Gewebe)
- Reste eines orangefarbenen, eher gröberen, leinenbindigen Baumwollgewebes - Streifen vom Grundgewebe, siehe dort
3. Stickerei:
- Baumwollgarne (s-Drehung) in den Farben Blau, Rot, Grün, Orange, Bordeaux
- Seide (z-Drehung) in den Farben Zyklam, Hellgelb, Dottergelb, Hellorange, Hellgrün
4. applizierte Details:
a) Halsausschnitt:
leinenbindiges Baumwollgewebe, rot mit weißen aufgedruckten Sternchen
b) Ärmelkanten:
- siehe a) Halsausschnitt - Baumwollgewebe, relativ grob und mullartig, locker verwebt in Leinwandbindung; schmutziggelb

Herstellungstechnik:
Siehe „Objektbeschreibung“ und „Material“!
Die vorgefundenen Verarbeitungsspuren lassen den Eindruck entstehen, dass die großen Zuschnitte bereits von Hand zusammengeheftet (Vorstich- und Steppnähte) und erst danach mit Maschine (Doppelsteppstich) zusammengenäht worden sind.- Das betrifft auch die Ärmelkantenapplikationen. Körperbereiche des Kleides, die der Trägerin genauer angepasst werden mussten (z.B. Oberweite), bewerkstelligte man ausschließlich mit manuellen Nähten. Das mag daran liegen, dass eine Nähmaschine nicht zu den selbstverständlichen Haushaltsgegenständen gehörte und nicht alle Tage verfügbar war. Es gibt also manuelle und auch maschinelle Nähte. Prinzipiell erfolgte die Verareitung beider Grundgewebe in vertikaler Kettrichtung.
Die zugeschnittenen Gewandteile wurden vor dem Zusammennähen des Kleides bestickt. Im Falle der keilförmigen Seiteneinsätze am Rockteil wurde das Muster auf bereits ausgeblichenes Gewebe (hier leinenbindig ) gestickt. Die Feinheit der Stickerei steht im Gegensatz zur groben nähtechnischen Verarbeitung, es ist also nicht anzunehmen, dass die versierte Stickerin selbst dieses Kleid zusammengenäht hat.


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