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XVIIa. Bär und Lappe XVIIb. Wölfe in der Herde
  • XVIIa. Bär und Lappe XVIIb. Wölfe in der Herde
  • Ritzzeichnung; Kupferstich
  • Gustav Hagemann (17.2.1891 - 24.5.1982), Auftraggeber
    Verlag L. Schwann, Druckerei
  • 1929 und 1930
  • Herstellungsort: Norwegen, Schweden (GEOREG)
    Sápmi (Nordeuropa) (Region)
    Samen (Sámi, "Lappen") (Ethnie)
  • Kupferstich auf Büttenpapier
  • Höhe x Breite: 66 x 45 cm
  • Ident.Nr. II C 2687 a/17
  • Sammlung: Museum Europäischer Kulturen
  • © Foto: Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Bär und Lappe. In Kupfer geritzt von Kautokaino-Sámi Mikkel Buljo. Entstehungsjahr 1930.
Die Sámi haben große Achtung vor dem Bären. Sie glaubten, dass der Bär versteht was sie sprechen. Wurde ein Bär erlegt, so trägt man das Fleischn nicht durch den Eingang, sondern durch eine andere Öffnung ins Zelt. Erwachsene Frauen dürften den Bären nicht berühren. Auch sollte der Bär nicht bei seinem eigenen Namen genannt werden. Man mußte in z.B. mit "Bergriese" anreden. Nach einer Bärentötung wurde ein Joiger angestimmt und man dankte dem Bären, dass ersich töten lies ohne das die Waffen zerbrachen. Die Gebeine des Bären wurden vergraben, damit der Bär das Leben wiederbekäme und sie ihn nochmal töten könnten. Den Geist des getöteten Bären baten sie, er solle umhergehen und den anderen Bären erzählen, wieviel Achtung sie ihm erwiesen hätten, damit sie sich auch töten ließen. Letzteres stammt aus Erzählungen des Pfarrers Per Fjellström in Lycksele um 1735.

Wölfe in der Herde. In Kupfer geritzt von Karesuando-Sámi Anders Valkeapaa. Entstehungsjahr 1929.
Der Wolf ist den Sámi das verhassteste Tier. Sie sagen: "Den Wolf hat der Teufel gemacht, und darum will der Wolf uns Böses antun, ebenso wie der Teufel."
Das Bild zeigt, wie die Herde auseinandergetrieben wird. Die Wölfe verfolgen sowohl einzelne Tiere (untere Bildhälfte) als auch abgetriebene Teile der Herde. Die hinterlassenen Spuren im Schnee zeichnen den Weg der zu Tode gehetzten Tiere. Die Furcht und das Grauen, die die Sámi vor dem Wolf empfinden, bringen sie auch darin zum Ausdruck, dass sie das Raubtier im Vergleich zu den Rentieren weit überlebensgroß darstellen. Einige der Wölfe auf diesem Bild - wie auf entsprechenden anderen Darstellungen des gleichen Motives - größer gezeichnet als die Rentiere, die sie angreifen.

Die Zeichnung stammt aus der Künstlermappe "Lappen zeichnen ihr Leben" mit 63 Original-Ritzzeichnungen samischer Künstler; veranlaßt von Gustav Hagemann.


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