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IV. Die vier Jahreszeiten
  • IV. Die vier Jahreszeiten
  • Ritzzeichnung; Kupferstich
  • Gustav Hagemann (17.2.1891 - 24.5.1982), Auftraggeber
    Verlag L. Schwann, Druckerei
  • 1934
  • Herstellungsort: Norwegen, Schweden
    Sápmi (Nordeuropa) (Region)
    Samen (Sámi, "Lappen") (Ethnie)
  • Kupferstich auf Büttenpapier
  • Höhe x Breite: 66 x 45 cm
  • Ident.Nr. II C 2687 b/4
  • Sammlung: Museum Europäischer Kulturen
  • © Foto: Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Description
Die vier Jahreszeiten. In Kupfer geritzt von Jon Jousson Hurri, Könkämä. Entstehungsjahr 1934.
In dieser Ritzzeichnung gibt es kein Oben und Unten. Man muss sie von allen Seiten lesen.
Sommer.
Im unteren Teil der Ritzzeichnung ist ein Sommerplatz in Norwegen dargestellt. Neben einem Fjord sieht man zwei feststehende Torfkoten und eine Zeltkote. Aus allen Koten steigt Rauch auf. Bei jeder Kote befindet sich eine Ziegenkote. Ein Sámi bringt frisches Brennholz zur unteren Kote. Zwei größere Jungen spielen mit einem Ball. ein kleines Kind steht im Eingang der Torfkote, auf einem Gestell trocknet Wäsche, ein frisch gegerbtes Fell ist vor der Kote ausgebreitet. Auf dem Fjord rudern zwei Fischer in einem kleinen Boot. Von links kommen ein norwegisches Sámi-Paar und ein pfeifenrauchender Sámi mit Fellsäcken zu Besuch. Darüber, im Quell- und Seengebiet des Flusses, weiden die Rentiere.
Herbst.
Auf der rechten Bildseite wandern drei schwerbeladene Rentierraiden aus dem steinigen Gebirge zu den Herstplätzen. De runtere Raide geht eine Hausfrau mit einem eintzelnen Rentier vorraus, das ein Säugling in der Komse am Saumsattel trägt. Ein älterer Knabe geht voran. Auf dem ersten Rentier der oberen Raide reitet ein Knabe.
Winter.
Im oberen Teil kann man das Leben und Treiben an einem Winterplatz ablesen. Im Mittelpunkt stehen zwei rauchende Bogenstangenkoten im Schutz des Föhrenwaldes; neben ihnen Gestelle zur Aufbewahrung von Fleisch und Kleidungsstücken. Verstreut umher liegen griffbereite Schneeschuhe und einzelne Pulkas mit Geschirr. Ein Junge auf Skiern wird von einem Rentier gezogen. Er fährt um die Wette mit einem anderen Sámi im Rentierschlitten. Nach der Bildmitte zu weidet die Herde. Ein Sámi auf Skiern hat zwei Zugrentiere eingefangen und führt sie talabwärts zum Kotenplatz.
Frühling.
Auf der linken Bildseite erlebt man Wohnplatz und Herde zur Frühlingszeit. Zwei rauchende Zeltkoten mit Gerüsten sind zu sehen. Ein Sámi bringt Feuerholz, ein anderer eine Birkenstange aus dem Walde, während eine Sámi frisches Quellwasser zum Kotenplatz bringt. Nahe der Kote spielen Kinder, ein größeres Kind schaukelt sich zwischen zwei Birkenbäumen. Unten links weiden viele Rentiere mit ihren Kälbern. Alle Rentiere haben ihre Geweihe abgeworfen.

Die Zeichnung stammt aus der Künstlermappe "Lappen zeichnen ihr Leben" mit 63 Original-Ritzzeichnungen samischer Künstler; veranlaßt von Gustav Hagemann.


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