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Xa. Woher der Russenelf seinen Namen bekam Xb. Russische Tschuden werden von zwei Lappen überlistet und getötet
  • Xa. Woher der Russenelf seinen Namen bekam Xb. Russische Tschuden werden von zwei Lappen überlistet und getötet
  • Ritzzeichnung; Kupferstich
  • Gustav Hagemann (17.2.1891 - 24.5.1982), Auftraggeber
    Verlag L. Schwann, Druckerei
  • 1929
  • Herstellungsort: Norwegen, Schweden
    Sápmi (Nordeuropa) (Region)
    Samen (Sámi, "Lappen") (Ethnie)
  • Kupferstich auf Büttenpapier
  • Höhe x Breite: 66 x 45 cm
  • Ident.Nr. II C 2687 b/10
  • Sammlung: Museum Europäischer Kulturen
  • © Foto: Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Woher der Russenelf seinen Namen bekam. In Kupfer geritzt von Nils Valkeapää, Könkämä. Entstehungsjahr 1929.
Die Ritzzeichnung zeigt das Quellgebiet des Russenelfes. Rechts unten will ein einzelner Tschude die dortige Fischer-Sámisiedlung überfallen. er kommt mit seinem Hund am anderen Flussufer daher, mit Fellmütze bekleidet und einem Fellsack auf dem Rücken. Vom entgegengesetzten Ufer aus warnt ein Sámi die ahnungslosen Bewohner in ihren Hütten. Etwas weiter oberhalb kämpft ein mutiger Sámi mit dem Russen und schlägt ihn zu Boden. Die Mütze rollt davon. Offensichtlich ist der Tschude nicht völlig überwältigt worden; er entledigt sich auf der Flucht seines Fellsackes und wird erst weiter oberhalb von den Sámi mit dem Lasso gefangen und erdrosselt. Der Sámi schleift sodann den Leichnam bis zur Quelle des Flusses, wo er auch den Hund erschlägt, der seinem toten Herrn gefolgt ist. Seit dieser Zeit trägt der Fluss den Namen Russenelf. (elv = nor. Fluss)

Russische Tschuden werden von zwei "Lappen" überlistet und getötet. In Kupfer geritzt von Nils A. Valkeapää, Könkämä. Entstehungsjahr 1929.
In der Darstellung sieht man oben rechts zwei Zeltkoten mit den beiden überlistenden Sámi und den beutehungrigen Tschuden. Unten im Bild ist die Schlittenraide nach ihrem Aufbruch auf der Fahrt zu dem reichen Handelsmann dargestellt. Der zweite Sámi befindet sich am Ende der Raide und schlägt mit einem großen Messer dem letzten Tschuden in der Reihe den Kopf ab, ohne dass die Tschuden in den weiter vorn befindlichen Pulkas etwas davon merken. In der mittleren Bildreihe wird gleichzeitig das Hauptgeschehen und der Endkämpf erzählt. Der zweite Sámi ist in seinem schnellen Einzelpulk an der ganzen Tschudenraide von hinten nach vorn entlanggefahren und hat im Vorbeifahren den Tschuden einzeln den Kopf abgeschlagen. Nur der letzte, also der vorderste Tschude, hat im letzten Augenblick bemerkt, was in seinem Rücken vor sich gegangen ist. Er hat sich aus seinem Pulk befreit, den er dabei zertrümmert, und befindet sich mit dem Leit-Sámi, der ebenfalls aus seinem Pulk gesprungen ist, im Handgemenge. Der Sámi hat dem Tschuden schon die Mütze vom Kopf geschlagen, als der zweite Sámi, immer noch sein Messer schwingend, zu Hilfe kommt und auch noch den letzten Tschuden tötet.

Die Zeichnung stammt aus der Künstlermappe "Lappen zeichnen ihr Leben" mit 63 Original-Ritzzeichnungen samischer Künstler; veranlaßt von Gustav Hagemann.


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