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XVIIIa. Zauberwurf XVIIIb. Strafender Julstallo
  • XVIIIa. Zauberwurf XVIIIb. Strafender Julstallo
  • Ritzzeichnung; Kupferstich
  • Gustav Hagemann (17.2.1891 - 24.5.1982), Auftraggeber
    Verlag L. Schwann, Druckerei
  • 1930 und 1931
  • Herstellungsort: Norwegen, Schweden
    Sápmi (Nordeuropa) (Region)
    Samen (Sámi, "Lappen") (Ethnie)
  • Kupferstich auf Büttenpapier
  • Höhe x Breite: 66 x 45 cm
  • Ident.Nr. II C 2687 b/18
  • Sammlung: Museum Europäischer Kulturen
  • © Foto: Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Zauberwurf. In Kupfer geritzt von Nils A. Valkeapää, Könkämä. Entstehungsjahr 1930.
Ein alter Glaube der Sámi besagt, dass man eine von Stallo geraubte Herde dadurch wiedererlangen kann wenn man mit einem großen Wurf sein Messer über die ganze Herde hinweg schleudert. Dieser Vorgang ist in der Ritzzeichnung dargestellt. Der Sámi wirft das Messer über die flächenhaft eng zusammengefasste Herde. Der Schwung seines Wurfes ist so gewaltig, dass ihm dabei die Mütze vom Kopf geflogen ist. Stallo (unten links), dem die Herde auf diese Weise wieder entrissen wurde, muss enttäuscht weiterziehen.

Strafender Julstallo. In Kupfer geritzt von Nils Valkeapää, Könkämä. Entstehungsjahr 1931.
Die Ritzzeichnung erzählt die Entstehungsgeschichte des Durkehan-Fjeld. In dieser Geschichte überlassen die Eltern einer kinderreichen Familie ihre Kinder der Magd und reisen zum Kirchplatz. Da die Kinder in der Julnacht unbeaufsichtigt sind treiben sie allerlei Unfug, unter anderem wird sogar eins der Kinder von seinem Bruder getötet und gekocht. Dann erscheint Stallo in Kote und tötet alle Kinder bis auf das Jüngsten. Als die Magd vom Bewachen der Rentierherde zurückkommt, nimmt sie das lebende Kind und fährt mit ihm schnellstmöglich zum Kirchplatz nach Kautokeino. Auf der Fahrt hat sie einige Gefahren zu bewältigen. Am Kirchplatz angekommen berichtet sie das Geschehene den Eltern, die sich sofort auf den Weg zurück machen. Dort angekommen tötet Stallo auch sie und versteinerte die ganze Rentierherde sammt Kote, den heutigen Durkehan-Fjeld.
Die Ritzzeichnung erzählt die Geschichte in Einzelepisoden, in der Fläche verstreut dargestellt. Links oben im Bild die ungehorsamen Kinder vor der Kote. Stallo steigt in Teufelsgestalt mit dreigezackter Gabel vom Mond. In der rechten Bildhälfte ist die Fahrt der Magd mit dem verschonten Kind zum Kirchplatz und der Rückfahrt mit den Eltern abgebildet. Die Stellung Stallos (links oben) fasst die Ereignisse der Kinderbestrafung am Anfang und der Versteinerung der Herde am Ende wie in einem Geschehen zusammen.

Die Zeichnung stammt aus der Künstlermappe "Lappen zeichnen ihr Leben" mit 63 Original-Ritzzeichnungen samischer Künstler; veranlaßt von Gustav Hagemann.


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