SMB-digital

Online-Datenbank der Sammlungen

Klosterfriedhof im Schnee (Kopie nach Caspar David Friedrich)
  • Klosterfriedhof im Schnee (Kopie nach Caspar David Friedrich)
  • Bild
  • Unbekannter Künstler, Kopist
    Caspar David Friedrich (5.9.1774 - 7.5.1840), Maler des Originals
  • nach 1819
  • Öl auf Leinwand
  • 120 x 173 cm
  • Ident.Nr. NG 6/15
  • 2015 Ankauf von Irene Schomacker, Lüdenscheid, Hans-Ulrich Lucke, Steinhagen, und Dr. Michael Lucke, Wuppertal Cronenberg
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Caspar David Friedrich »hat jetzt den großen Kirchhof im Winter […] ziemlich fertig, es ist imposant, und die Eichgerippe sind äußerst wahr, doch sieht das ganze wieder etwas barock und architektonisch aus« (Carl Gustav Carus an Gottlob Regis am 3.5.1819, zit. nach: H. Börsch-Supan und K. Jähnig, Caspar David Friedrich, München 1973, S. 352). Für Paul Ortwin Rave war Friedrichs zwischen 1817 und 1819 entstandenes großformatiges Hauptwerk »Klosterfriedhof im Schnee« eines der bedeutendsten Bilder der deutschen Romantik: »Die Ruine einer gotischen Klosterkirche (angeregt durch das heimatliche Eldena) als ergreifendes Denkmal ehemaliger Glaubenstiefe; noch leben Mönche, die ihren gestorbenen Gefährten zur letzten Ruhe geleiten, und dies in einem Wald urtümlich kraftvoller Eichen. Der verschneite Boden mit den Gräbern, die Stämme mit den entlaubten knorrigen Zweigen, der hochstrebende Bau – alles verbindet sich wie zu geheimnisvollem Choral- und Orgelklang« (Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Berlin 1949, S. 304). Dem Werkverzeichnis von Helmut Börsch-Supan und Karl Wilhelm Jähnig zufolge befand sich das Gemälde seit 1826 in der Friedrich-Sammlung des Berliner Verlegers Georg Andreas Reimer und ab 1856 im Besitz von Carl Gropius in Berlin. 1912 wurde das Gemälde der Nationalgalerie von Generalkonsul Paul Freiherr von Merling geschenkt. Seit 1945 gehört das Bild zu den Kriegsverlusten.
Eine im Format identische, vor dem Original entstandene, künstlerisch hochwertige Kopie des 19. Jahrhunderts ist dagegen überliefert. Nicht bekannt ist, wer der Kopist war, wann genau die Kopie entstand und wer sie in Auftrag gab. Möglicherweise wurde die Kopie von einem Zeitgenossen Friedrichs ausgeführt. Dieser kam Friedrichs Malweise vor allem bei den Bäumen, Büschen, Pflanzen, Mönchsfiguren sowie der der Greifswalder Jacobikirche nachempfundenen Architektur erstaunlich nahe. Partien des Himmels dagegen wirken mitunter etwas flächig. Die einzige bekannte Farbreproduktion aus dem Jahr 1937 erlaubt die Annahme, daß der Kopist die Farbigkeit des Originals recht getreu wiederholte. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

LITERATUR
– Arnason/Kalb 2003: Hjorvardur Harvard Arnason, Peter Kalb (Hrsg.), History of Modern Art. Painting, Sculpture, Architecture, Photography, London/New Jersey 2003, 5. Aufl., vgl. S. 10, Abb. 1.16
– Ausst.-Kat. London 2001: Spirit of an Age. Nineteenth-Century Paintings from the Nationalgalerie, Berlin, Ausst.-Kat. National Gallery, London, 8.3.-13.5.2001; National Gallery of Art, Washington, 10.6.-3.9.2001, vgl. S. 54, Abb. Fig. 36
– Ausst.-Kat. Oslo/Dresden 2014: Dahl und Friedrich. Romantische Landschaften, hrsg. v. Petra Kuhlhmann-Hodick, Gerd Spitzer, Ernst Haverkamp und Bodil Sørensen, Ausst.-Kat. Nasjonalgalleriet, Oslo, 10.10.2014-4.1.2015; Albertinum, Dresden, 6.2.-3.5.2015, vgl. S. 195, Abb. 1
– Beer 1937: Johannes Beer, Caspar David Friedrich. 30 meist farbige Bilder, Königstein im Taunus, Langewiesche, 1937, vgl. Farbtafel S. 4
– Beer 1962: Johannes Beer, Caspar David Friedrich. 30 meist farbige Bilder, Königstein im Taunus, Langewiesche, 1962, erweiterte Neuauflage, vgl. Farbtafel S. 12
– Bernhard/Martin 1965: Marianne Bernhard und Kurt Martin, Verlorene Werke der Malerei. In Deutschland in der Zeit von 1939 bis 1945 zerstörte und verschollene Gemälde aus Museen und Galerien, hrsg. v. Klaus P. Rogner, München/Berlin 1965, vgl. S. 33
– Brauner/Maaz/Strohschein 2001: Dokumentation der Verluste. Band II. Nationalgalerie, bearb. v. Lothar Brauner, Bernhard Maaz und Ruth Strohschein, Berlin, Staatliche Museen, 2001, vgl. S. 40 mit Abb. und Titelbild
– Jordan 1876: Max Jordan (Hrsg.), Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin 1876, vgl. 1912-1934, Kat.-Nr. 1191
– Justi 1926: Ludwig Justi, Paul Ortwin Rave und Ludwig Thormaehlen, Zweihundert Bilder der Nationalgalerie. Erworben 1910 bis 1925 von Ludwig Justi, Berlin 1926, vgl. S. 11, Taf. 8
– Justi 1932: Ludwig Justi, Von Runge bis Thoma. Deutsche Malkunst im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Gang durch die National-Galerie, Berlin, Bard, 1932, vgl. S. 49 f., Taf. 12
– Rave 1945: Paul Ortwin Rave, Die Malerei des XIX. Jahrhunderts. 240 Bilder nach Gemälden der National-Galerie, Berlin 1945, vgl. S. 7, Taf. 33
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Berlin, Mann, 1949, vgl. Tafel 33, S. 304
– Schuster 2001: Peter-Klaus Schuster (Hrsg.), Die Nationalgalerie, Köln 2001, vgl. S. 376 mit Abb.
– Wesenberg/Verwiebe/Freyberger 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 262 mit Abb.
– WVZ Börsch-Supan/Jähnig 1973: Helmut Börsch-Supan und Karl Wilhelm Jähnig, Caspar David Friedrich. Gemälde, Druckgraphik und bildmäßige Zeichnungen, München, Prestel, 1973, vgl. Kat.-Nr. 254


SMB-digital steht unter einer
Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie bei der bpk-Bildagentur
unter www.bpk-bildagentur.de erhalten.