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Vorhang
  • Vorhang
  • Ausstattungstextil
  • verbale Datierung: 5./6. Jahrhundert
  • Ägypten, Faijum oder Achmim (Land/Region)
  • Leinen und Wolle; Grundgewebe in Leinwandbindung, Motive gewirkt
  • Höhe: 371 cm
    Breite: 162 cm
  • Ident.Nr. 4832
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Museum für Byzantinische Kunst
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Description
Multimedia
Die Archivaufnahme zeigt den linken Teil eines Vorhangs mit einer Architekturdarstellung, gefasst in einen Rahmen, den zwischen dunklen Bahnen eine Flechtbandranke ziert. Vom ursprünglichen zentralen Bildfeld ist die linke Hälfte einer Nischenarchitektur erhalten: links ist eine Säule mit gestufter Basis, verziertem Schaft und Kämpferkapitell zu sehen, darüber liegt ein Architrav – in rechteckige Abschnitte mit unterschiedlichen Ornamenten (Wellenbänder, Rauten und Schuppenmuster) unterteilt. Der Bogen darüber ist stark beschädigt. Im Zwickel oben links ist ein Pfau wiedergegeben. Im Bogenfeld sind noch Reste einer kleinen Säule zu erkennen, links davon ein kleines gleicharmiges Kreuz, rechts die Umrisse eines größeren und eines kleineren Tieres (Löwe und Gazelle ?). Die Fläche unter dem Architrav füllen abwechselnd Reihen von Kreuzrosetten und Henkelkreuzen. Vier übereinandergestellte Henkelkreuze sind auch in das Grundgewebe links neben der Säule gewirkt. Am oberen Rand des Behangs sind drei Schlaufen zum Aufhängen bewahrt. Nach einer überlieferten Beschreibung von H. Swoboda sollen sich im unteren Teil des linken Randes drei Ansatzstellen für Schnüre befunden haben, wodurch der Vorhang auch seitlich befestigt werden konnte. An der unteren Kante erwähnt er Reste von Fransen. Die Ornamente und Motive seien überwiegend in den Farben Rot, Rosa, vier verschiedenen Nuancen von Blau, sowie Grün, Gelb, Orange und Violett ausgeführt. Überzeugend rekonstruiert Swoboda aufgrund zahlreicher Parallelen unter den spätantik-frühchristlichen Sarkophagen, Mosaiken und Schrankenplatten mit einer vergleichbaren Motivkombination im Zentrum des Bogenfeldes ein schwebendes Mittelkreuz, hier in der Sonderform des Henkelkreuzes, der crux ansata. Der Vorhang dürfte zum Verhängen einer Säulenstellung verwendet worden sein. Höchstwahrscheinlich zugehörig sind drei kleinere Fragmente im Musée royaux d’art et d’histoire in Brüssel, im Kunstgewerbemuseum in Prag und im Deutschen Textilmuseum in Krefeld.
Das Berliner Fragment wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.


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