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Kniende Stifterin
  • Kniende Stifterin
  • Fragment einer Statuette
  • um 1420
  • Entstehungsort stilistisch: Unterfranken (Region)
    Entstehungsort stilistisch: Würzburg (?) (Stadt)
  • Buntsandstein
  • Höhe: 27,2 cm
    Breite: 19,5 cm
    Tiefe: 20 cm
  • Ident.Nr. 378
  • Erworben 1885 von der Münchener Kunsthandlung J. Spengel als Geschenk des A. Thiem.Nach dem 7. April 1945 im Tresor der Neuen Reichsmünze in Berlin ausgelagert, 1946 nach Wiesbaden gebracht, 1958-1990 in West-Berlin.
  • Sammlung: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst | Skulpturensammlung
  • © Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Dr. Tobias Kunz
Description
Die Figur wurde während des Brands im Flakbunker Friedrichshain 1945 nicht nur fragmentiert und eines Großteils ihrer bildhauerischen Substanz beraubt, sondern auch an ihrer Oberfläche erheblich beschädigt. Auffälligstes Kleidungsstück ist freilich der mächtige Schleier, dessen gekräuselter Rand vierschichtig aufgebaut ist. Die übrige Fläche am Hinterkopf ist durch Riefen strukturiert. Unter dem Kruseler ist das lange, gelockte Haar der jungen verheirateten Frau zu sehen. Ihr Gesicht ist sehr sinnlich und kräftig – blendet man die deformierenden Asymmetrien aus, entspricht es sicher einem weib lichen Schönheitsideal des frühen 15. Jahrhunderts: leichtes Doppelkinn über gebogen horizontaler Halsfalte, kurze, aufgeworfene Lippen, spitze Nase und weit geöffnete Augen unter hoher Stirn. Es ist klar, dass die an zunehmende Fassung den Eindruck wesentlich bestimmt und den Blick auf die verehrte Person oder Begebenheit ausgerichtet haben dürfte.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)


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