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Kiewer Rus: Jaroslav der Weise
  • Kiewer Rus: Jaroslav der Weise
  • Münze
  • Jaroslav der Weise (1019-1054), Fürst von Kiew, Fürstentum, Münzherr
  • um 1015
  • Land: Ukraine (Land)
    Münzstätte/Ausgabeort: Kiew?
    Fundort: Polen (Land)
    Fundort: Daber (Dobra) (Ort)
  • Nominal: Srebrenik, Material: Silber, Stempelstellung: 12, Herstellungsart: geprägt
  • Gewicht: 3,9 g
    Durchmesser: 26 mm
  • Ident.Nr. 18216120
  • Sammlung: Münzkabinett | Mittelalter | Hochmittelalter (900 bis 1250)
  • © Foto: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)
Description
Vorderseite: O / Γ/E-W/P/ΓI/O [Heiliger Georg]. Brustbild des Heiligen Georg von vorn mit Nimbus, Lanze und Schild. Links und rechts griechische Buchstaben. Auf dem Rand oben, unten, links und rechts Kreuz aus vier Kugeln.

Rückseite: Jaroslavle srebro [in kyrillischen Buchstaben]. Unklare Figur (Dreizack?) umgeben von Umschrift. Auf dem Rand AHMN (Amen).

Kommentar: Zweimal gelocht. - Von diesen in der Umschrift als Jaroslavs Silber (Srebrenik) bezeichneten Münzen existieren nur fünf Exemplare und ein Fragment, die aus drei verschiedenen Stempelpaaren stammen. Stilistisch ist die Gruppe byzantinisch beeinflußt und entspricht weitgehend den Münzen Wladimirs des Heiligen von Kiew (978-1015), ist aber von deutlich besserem Stempelschnitt. Als Münzstätte ist anfangs Kiew angenommen, bald aber allgemein eher Novgorod der Vorzug gegeben worden. Nach Sotnikova sind die Münzen um 1015 von Jaroslav in Novgorod noch zu Lebzeiten seines in Kiew regierenden Vaters ausgegeben worden. Die Vs. zeigt den Heiligen Georg in byzantinischer Manier. Die Rs.-Darstellung ist als Kirchenleuchter, Vogel (Koehne: Taube des heiligen Geistes), Dreizack (Sotnikova) oder Fahne (Sallet) gedeutet worden. Dieses Stück stammt aus dem Schatz von Daber (Dobra) in Pommern und ist offenbar zu Schmuckzwecken verwendet worden, wie die doppelte Lochung zeigt. Das Stück würde mit der Datierung von 1015 die jüngste Münze des Schatzes darstellen, so dass sich die Frage ergibt, ob die Prägezeit von 'Jaroslavs Silber' nicht doch etwas früher anzusetzen ist.

Literatur: B. von Koehne, Die ältesten Münzen Rußlands, Zeitschrift für Münz-, Siegel und Wappenkunde NF 1859-1863, 74 Nr. 2; H. Grote, Die ältesten russischen Münzen, Münzstudien 2 (1862) 920; I. I. Tolstoi, Drevnejshie russkie monety (1882) 60-61. 65-67 Nr. 108 Taf. 13, 1; A. von Sallet, Münzen und Medaillen (1898) 132-133 (dieses Stück); M. P. Sotnikova - I. G. Spasski, Russian Coins of the X-XI Centuries AD (1982) 238 Nr. 223-1 (dieses Stück); B. Kluge, Numismatik des Mittelalters (2007) Nr. 1388 (dieses Stück).

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18216120


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