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Tischfuß-Teil
  • Tischfuß-Teil
  • Hausrat | Möbel-Teil
  • Periode: Römische Kaiserzeit
  • Fundort: Troja, Türkei
    Fundort (aktueller): Burgberg
  • Marmor
  • Objektmaß: 26,5 x 18,7 cm
    Höhe: 12,2 cm
    Länge: 26,5 cm
    Breite: 18,7 cm
  • Ident.Nr. Sch 9617/1
  • Sammlung: Museum für Vor- und Frühgeschichte | Schliemann-Sammlung
  • © Foto: Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Claudia Klein
Beschreibung
Multimedia
Bei dem besprochenen Objekt handelt es sich um das Bruchstück eines größeren marmornen Gegenstandes, zu dem auch die Objekte Sch 9617/2 und Sch 9617/3 gehören. Die Zusammengehörigkeit ergibt sich aus der bruchkantengenauen Passung dieses Objektes mit dem Fragment Sch 9617/2 sowie aus der Zuordbarkeit anhand einer älteren Katalogbeschreibung. Demnach stammen die Fragmente von einem Tischfuß, der von einem Pantherkopf bekrönt war, im Mittelteil eine Reihe von Akanthusblättern zeigte und in einer Pantherklaue endete.
Das 26,5 cm lange, 18,7 cm breite und 12,2 cm hohe Fragment stammt dem Anschein nach aus dem Mittelteil. Die Bruchseite weist eine handwerkliche Bearbeitung in Form einer groben Pickung auf, die darauf hindeutet, dass das Objekt bereits in der Antike zusammengestückt wurde, vielleicht im Rahmen einer Reparatur oder bereits bei der Herstellung. Die skulptierte Oberfläche ist noch zu etwa drei Vierteln intakt: Von einer unteren Bruchkante entwickelt sich die Oberfläche in einer zur Objektmitte hin vorspringenden Wölbung. Der untere Bereich, der ca. ein Drittel der Objektlänge einnimmt, ist in Form zweier nebeneinanderliegender Buckel moduliert, die durch eine flache Konturlinie voneinander abgesetzt werden. Die Buckel können im Sinne der zugrunde liegenden Katalogbeschreibung als Muskelpartien der Pantherklaue gedeutet werden. Dieser untere Bereich wird durch eine Reihe von drei Akanthusblättern abgeschlossen, von denen sich zwei kleinere aus den Buckeln heraus entwickeln; sie nehmen etwa das mittlere Drittel des Fragments ein und sind im oberen Blattbereich gebrochen. Das dritte Blatt entspringt bereits außerhalb der unteren Bruchkannte und steigt bis zur oberen empor. Die kleineren Blätter entwickeln sich aus einer schmalen Rippe. Seitlich aus dieser Rippe entfalten sich jeweils vier spitzkantige Blättchen. Rippe und Blättchen zeichnen sich durch eine kantige Oberflächenstruktur aus und sind durch flache Ritzungen voneinander abgesetzt und durch vereinzelte Bohrungen am Ende der Rippen sowie der Blättchen weiter definiert. Das dritte Blatt folgt in seiner plastischen Anlage den kleineren Exemplaren, entsteht jedoch nur aus einer Rippe, von der die Blättchen fächerförmig abgehen. Oberhalb der Blattreihe bricht die nun wieder plane, ungegliederte Oberfläche in einem sanften Schwung zur oberen Bruchkante um. Kurz vor dieser zeigt sich der Ansatz eines Gegenschwungs.
Das Objekt entspricht in seiner Form und Ornamentik ganz der Beschreibung des Katalogtextes und kann im Vergleich mit anderen Tischfüßen insbesondere der römischen Kaiserzeit entsprechend eingeordnet werden. | Kristoph Hammerschmied

Das Objekt ist Teil der Schliemann-Sammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte (MVF), Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Über seinen Verbleib während und nach dem Zweiten Weltkrieg liegen dem MVF gegenwärtig (2019) keine gesicherten Erkenntnisse vor. Es gelangte 1996 aus der Antikensammlung SMB an das MVF zurück.


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