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  • Lamellophon
  • Adolf Bastian (26.6.1826 - 3.2.1905), Sammler
    Deutsche Expedition an die Loangoküste, Expedition
  • 19. Jh.
  • Kongo (Demokratische Republik) (Land)
    Kongo (Flussmündung)
    Boma (Ort)
  • Holz, Eisen
  • Länge x Breite x Tiefe: 24,5 x 10,5 x 7,5 cm
    Gewicht: < 2 kg
  • Ident.Nr. III C 697
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Afrika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Susanna Schulz
Description
Eintrag im historischen Hauptkatalog: Marimba (Sanzi) aus Boma.

Aufkleber von Dr. Güssfeldts Expedition auf der Rückseite.

Auffallend ist bei diesem Exemplar die Bootform des Korpus. In der Seitenansicht schwingt es zum Bug hin.

Der Loango-Typus des Lamellophons läßt sich durch folgende Charakteristika definieren:

1. Ein nicht selten wie ein Boot mit aufragendem Bug geformtes Korpus aus einem Holzstück wird ausgehöhlt und zwar von der dem Musiker zugewandten Seite her.

2. Sehr oft befindet sich am unteren Rand der Klangtafel ein rechteckiger Einschnitt, noch besonders hervorgehoben durch Eingravierungen.

3. Die Resonanzöffnung unten hat manchmal eine Art Halbmond-Form, bei vorliegendem Instrument ist diese Form nicht so offensichtlich.

4. Das Instrument hat sieben Lamellen aus kräftigem Stahl, im Durchschnitt etwa 0,5 cm breit und an den Spielenden abgerundet. Sie sind etwa 1mm dick.

5. Die Lamellen sind immer in Form einer Tonleiter von links nach rechts steigend angeordnet. Beim Stimmen benützt man nur die Technik des verschieden langen Ziehens der Lamellen über den Steg. (Auch sonst sind an dem vorliegenden Exemplar keinerlei Spuren von schwarzem Wachs zu bemerken. Alles ist solide geschnitzt, ohne Fugen.)

6. Der „Bug" oder „Zipfel" (oder Kopfteil) hat ein Loch, durch das eine Tragschnur gefädelt ist.

7. Die Befestigung der Lamellen erfolgt nach einem stabilen und soliden Schema unter Verwendung von dicken U-Haken, die durch jeweils zwei nebeneinanderliegende Löcher in das Holz hineingestoßen sind. Diese drucken den ebenfalls stählernen Druckbalken in das Holz. Dabei geht das Ende des Druckbalkens durch eine Schleife des geschwungenen Stegs, der bandförmig und 0,7 cm hoch ist, etwa 1 mm breit, gleichfalls aus Stahl.
Ein Auflieghölzchen ist vorhanden. Man hat auch bei manchen Lamellen, die locker wurden, weitere kleine Hölzchen zwischen Lamelle und Auflieghölzchen hineingeschoben.

Gerhard Kubik: Kalimba, Nsansi, Mbira - Lamellophone in Afrika: Veröffentlichungen des Museums für Völkerkunde Berlin (SMB), 1998 - Neue Folge 68 - Musikethnologie X, S. 156-158 (Abb. 104 / Abb. 105 / Abb.106 / Abb. 107)


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