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  • Fragment eines Tongefäßes
  • Policromo Medio (800 - 1350)
  • Costa Rica
    Guanacaste (Provinz)
    Santa Cruz (Kanton)
    Santa Bárbara (Ort)
  • Ton
  • Objektmaß: 6,7 x 5,1 x 4,6 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 45522 c
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andrea Blumtritt
Description
Avimorphes (?), hohles Kopfprotomen mit Wandansatz. Am Schnabel des dargestellten Wesens befinden sich zwei kleine Öffnungen. Das Objekt wurde beidseitig geglättet und geschlämmt. Seine Außenseite ist grundiert und bemalt. Grundierung und Bemalung sind stark erodiert.

Das Fragment besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Objekts schwarz-braun (und rot-orange?) bemalt wurde. Das weitgehend realistische Protomen stellt ein zoomorphes Wesen dar, das einen Höcker auf dem Schnabel (oder Maul) besitzt. Auf der Schädeldecke befindet sich eine runde Eintiefung. Nach Lothrop 1926: Nicoya polychrome ware, animal effigy vessel.

Kulturelle Bedeutung: der Typ Papagayo Policromo steht in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Ähnliche Protomen sind aus den Gruppen Pataky Policromo (1350-1000d.C.), Ulua Policromo (950-550d.C.) und aus der Tohil-Plumbat Keramik (1200-950d.C.) bekannt. Einige Varianten der Papagayo Gruppe gelangten bis ins zentralmexikanische Hochland.
(Künne 2004)


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