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Selbstbildnis an der Staffelei
  • Selbstbildnis an der Staffelei
  • Bild
  • Johann Friedrich August Tischbein (9.3.1750 - 21.6.1812), Maler
  • 1777/1779
  • Öl auf Holz
  • 30,7 x 20,5 cm
  • Ident.Nr. A II 612
  • 1928 Ankauf aus Privatbesitz über Erich Schall, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Das Selbstbildnis des modisch gekleideten, selbstbewußt posierenden jungen Malers Johann Friedrich August Tischbein (Leipziger Tischbein genannt) ist vermutlich in Italien entstanden, wo er von 1777 bis 1779 in Rom und Neapel erste nachhaltige Erfolge erzielen konnte. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein berichtet in seinen Lebenserinnerungen von seinem Besuch bei dem gleichaltrigen Cousin im Dezember 1779 in Rom: »Ich fand bei den Hausleuten ein Porträt meines Vetters, das sie zu sich hinauf genommen hatten und vor dem ebenso eine Lampe brannte wie vor Bildern der heiligen Maria. […] Er war auch wirklich ein liebenswürdiger Mensch von Natur, dabei unterrichtet und gewandt in allem, was einem feinen Welt- und Hofmanne wohl geziemt« (W Tischbein, Aus meinem Leben, Berlin 1922, S. 123). Das Bildnis zeigt in der weichen Eleganz der Darstellung englischen Einfluß; Tischbein hatte über Lord Hervey, dessen Tochter Lady Louisa Hervey er 1778 malte (Klassik Stiftung Weimar, Kunstsammlungen), englische Porträtkunst kennengelernt. Wenige Jahre zuvor lebte George Romney in Rom und war sicher noch durch Arbeiten präsent. Auf der Staffelei ein begonnenes Bild der »Susanna im Bade«. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Kleine Meisterwerke, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 30.03.2017-30.07.2017

LITERATUR
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 213
– Dingeldey 1931: Helmut Dingeldey, Die Lehr- und Wanderjahre des Malers Friedrich Tischbein, Darmstadt, Roether, 1931, S. 57, 74, Nr. 28
– Hentzen 1929: Alfred Hentzen, Neu erworbene Bilder deutscher Maler um 1800 in der Nationalgalerie, in: Zeitschrift für bildende Kunst, 63. Jg. (1929), H. 2, S. 29-37, S. 30 mit Abb.
– Mackowsky 1929: National-Galerie. Führer durch die Bildnis-Sammlung, bearb. v. Hans Mackowsky, Berlin, Hermann, 1929, Kat.-Nr. 52
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 414 f. mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 842 mit Abb.
– Stoll 1923: Adolf Stoll, Der Maler Johann Friedrich August Tischbein und seine Familie. Ein Lebensbild nach den Aufzeichnungen seiner Tochter Caroline, Stuttgart, Strecker & Schröder, 1923, S. 24 f.
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 33, 1939, S. 208
– Tischbein 1922: Wilhelm Tischbein, Aus meinem Leben, hrsg. v. Lothar Brieger, Berlin, Propyläen, 1922, S. 123, 196


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