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Nach dem Regen
  • Nach dem Regen
  • Bild
  • Paul Baum (22.9.1859 - 18.5.1932), Maler
  • 1883
  • Öl auf Holz
  • 55,5 x 80,5 cm
  • Ident.Nr. A III 473
  • 1962 Ankauf von Felix Kunze, Machern bei Leipzig
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
1878 wechselte Paul Baum von der Dresdner Akademie an die Weimarer Kunstschule in die Landschaftsklasse von Theodor Hagen. Hier wurde eine ihm eher genehme, wirklichkeitsgetreue und unakademische Landschaftsmalerei nach dem Vorbild der alten holländischen Meister sowie der Malerschule von Barbizon gepflegt. Das Besondere der Weimarer Landschaftsauffassung hatte kurz zuvor, anläßlich der Berliner Akademieausstellung von 1876, der Kunstkritiker Adolf Rosenberg in der »Kunstchronik« treffend charakterisiert: »Die Weimaraner nehmen in der Kohorte der Realisten den linken Flügel ein. […] Eine trübe Herbststimmung, ein sprossender Wald im Vorfrühling, nackte Birken und magere Wiesen, verfallene Bauernhütten und kothige Landstraßen – das sind die Requisiten, aus denen die Weimaraner ihre Bildchen zusammensetzen« (Zeitschrift für bildende Kunst, 12. Jg., 1877, H. 15, Kunstchronik, Sp. 263–264).
Der junge Paul Baum scheint in dem zehn Jahre älteren Meisterschüler Karl Buchholz einen Freund und ein Vorbild gefunden zu haben (vgl. dessen Bilder in der Nationalgalerie). Er liebte wie dieser regnerische und trübe Tage, er malte die Abenddämmerung und die Melancholie des Herbstes in unpathetischer Stimmungshaftigkeit. Bei beiden Künstlern begegnet uns zudem die Vorliebe für charakteristische Bäume, deren kahle Äste sich graphisch vor einem hohen, bewölkten Himmel abzeichnen. Und dieser wiederum spiegelt sein Licht häufig in einem Wasserlauf. Die Arbeiten Paul Baums in ihrer erdfarben-braunen und grauen Tonmalerei sind zu dieser Zeit noch sorgfältig gearbeitete Atelierbilder. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: Paul Baum. Weimar 1883

LITERATUR
– Geismeier 1968: Willi Geismeier, Gemälde Bildwerke und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts, Berlin 1968, Taf. 80
– Hitzeroth 1988: Wolfram Hitzeroth, Paul Baum (1859-1932). Ein Leben als Landschaftsmaler, Marburg, Hitzeroth, 1988, S. 86, Kat.-Nr. B 15 v, Farbabb. F 10
– Lützow/Osborn 1866: Carl von Lützow und Max Osborn (Hrsg.), Zeitschrift für bildende Kunst. Mit dem Beiblatt "Kunst-Chronik", Leipzig 1866-1889, 1890-1939, XII, 1877, Nr. 15, Kunstchronik, Sp. 236 f.
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S., Abb. 132
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 50 mit Abb.
– Wesenberg 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig, Seemann, 2001, S. 29, Kat.-Nr. 9 mit Farbabb.
– Wiechers 2007: Simone Wiechers, Paul Baum (1859-1932), Entwicklung und frühe Rezeption eines Neoimpressionisten, Weimar, VDG, 2007, S. 45-46, Abb. S. 441


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