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Gefechtsanfang
  • Gefechtsanfang
  • Bild
  • Ludwig Elsholtz (2.6.1805 - 3.2.1850), Maler
  • 1834
  • Öl auf Leinwand
  • 39 x 55 cm
  • Ident.Nr. W.S. 46
  • 1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Der Berliner Schlachten- und Genremaler Ludwig Elsholtz machte sich mit volkstümlichen Genredarstellungen und mit Szenen aus den Befreiungskriegen einen Namen. Im Auftrag König Friedrich Wilhelms III. entstand beispielsweise 1833 das Gemälde »Die Schlacht bei Leipzig« (Verbleib unbekannt). Elsholtz’ Darstellungen »mit kleinen, kaum spannenlangen Figuren, zeichnen sich durch eine höchst subtile und delikate Ausführung […] und durch große Lebendigkeit der Situation aus« (A. Rosenberg, Die Berliner Malerschule, Berlin 1879, S. 286–287).
Im Gemälde »Gefechtsanfang« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 46) ist eine Bauernfamilie zu sehen, die mit ihrem Hab und Gut vor einer drohenden Schlacht flieht. Auf einem Pferdegespann sitzen Mutter und Kind, daneben stehen barfüßig ein Junge und ein weinendes Mädchen, das reitenden Offizieren die hoffnungslose Lage schildert. Der zur Familie gehörende Bauer weist auf sein in der Ferne zwischen den Fronten liegendes Heimatdorf. Preußische Truppen in Uniformen von 1813 beziehen im Vordergrund Stellung. Am Horizont formieren sich die feindlichen Regimenter, Rauchwolken steigen von dort auf und signalisieren den Beginn des Gefechtes. Elsholtz widmete sich in diesem Bild nicht den Ereignisses des Kampfes, sondern den Nöten der betroffenen Landbevölkerung.
In der Szene einer »Jungen Frau mit Hundekarren« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. NG 23/65), die von zwei Wanderern nach dem Weg gefragt wird, schildert der Künstler detailreich und mit Witz eine Situation aus dem Alltagsleben.
Seine Darstellung »Napoleon I. mit seinen Generalen« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 714) dagegen verzichtet auf anekdotische Elemente. Dieses Bild, gemalt dreißig Jahre nach den denkwürdigen Schlachten gegen Napoleon, scheint der Erinnerung an den berühmten Feldherrn zu dienen. Bühnenhaft ist Napoleon zu Pferde mit seinen Generälen im Vordergrund positioniert, dahinter das Heer in Reih und Glied. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: L Elsholtz 1834.

AUSSTELLUNGEN
– 1813 bis 1815. Großdeutschlands Freiheitskampf, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, National-Galerie, 1940
– Die Nationalgalerie und ihre Stifter. Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen der Nationalgalerie, Berlin (West), Nationalgalerie, 26.3.-7.5.1961
– Berliner Biedermeier von Blechen bis Menzel. Gemälde, Handzeichnungen, Aquarelle, Druckgraphik. Aus dem Besitz Berliner Museen und der Kunsthalle Bremen, Bremen, Kunsthalle, 28.5.-2.7.1967
– Berlin zwischen 1789 und 1848. Facetten einer Epoche, Berlin (West), Akademie der Künste, 30.8.-1.11.1981

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1940: 1813 bis 1815. Großdeutschlands Freiheitskampf, Ausst.-Kat. Staatliche Museen Berlin 1940, Kat.-Nr. 262
– Ausst.-Kat. Berlin 1961: Die Nationalgalerie und ihre Stifter. Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen der Nationalgalerie, hrsg. v. Nationalgalerie, Ausst.-Kat. Orangerie Schloss Charlottenburg, Berlin 26.3.-7.5.1961, S. 13, Kat.-Nr. 8
– Ausst.-Kat. Berlin 1981: Berlin zwischen 1789 und 1848. Facetten einer Epoche, hrsg. v. Sonja Günther, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin 30.8.-1.11.1981, Kat.-Nr. 6.159
– Ausst.-Kat. Berlin 2011: Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Angelika Wesenberg und Udo Kittelmann, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin 23.3.2011-8.1.2012, Kat-Nr. 46
– Ausst.-Kat. Bremen 1967: Berliner Biedermeier von Blechen bis Menzel, Ausst.-Kat. Kunsthalle Bremen 28.5.1967-2.7.1967, S. 40, Kat.-Nr. 18
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 1, S. 279, Kat.-Nr. 8
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 58
– Jordan 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin, bearb. v. Max Jordan, Berlin, Mittler & Sohn, 1876, 2. Aufl., S. 87, Kat.-Nr. 68
– Kugler 1838: Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des Königl. Schwedischen und Norwegischen Consuls J. H. W. Wagener zu Berlin, hrsg. v. Franz Kugler, Berlin 1838, S. 35, Kat.-Nr. 55
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1876-1907, 1923-1934, Kat.-Nr. 68
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 106 mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 216 mit Abb.
– Rosenberg 1879: Adolf Rosenberg, Die Berliner Malerschule. 1819-1879. Studien und Kritiken, Berlin, Ernst Wasmuth, 1879, S. 287
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 10, 1914, S. 488
– Waagen 1861: Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des am 18. Januar 1861 zu Berlin verstorbenen Königlichen Schwedischen und Norwegischen Konsuls J. H. W. Wagener, welche durch letztwillige Bestimmung in den Besitz Seiner Majestät des Königs übergegangen ist, hrsg. v. Gustav Friedrich Waagen, Berlin 1861, S. 24 f., Kat.-Nr. 46


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