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Die beiden Schusterjungen
  • Die beiden Schusterjungen
  • Bild & Skizze
  • Wilhelm Busch (15.4.1832 - 9.1.1908), Maler
  • um 1875
  • Öl auf Holz
  • 36,4 x 31 cm
  • Ident.Nr. A III 761
  • 1990 Ankauf von der Kunst- und Antiquitäten GmbH, Berlin; 2007 restituiert und erneut erworben
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Klaus Göken
Beschreibung
Provenienz
An drei verschiedenen Studienorten weilte Wilhelm Busch »um Maler zu werden« (zit. nach: H., A. und O. Nöldeke, Wilhelm Busch, München 1909, S. 13), bevor er diesen Traum aufgab und seinen Weg als Karikaturist, Zeichner und Verfasser hintersinniger Bildgeschichten gefunden hatte. 1851 war er an der Kunstakademie in Düsseldorf, 1852 in Antwerpen, 1854 ging er das erste Mal nach München. Erst nach seinem Tod wurde allgemein bekannt, daß Wilhelm Busch dennoch sein Leben lang gemalt hatte. Er hinterließ fast tausend meist kleinformatige Bilder, entstanden in Pausen, etwa wenn er eine größere Arbeit für den Verleger beendet hatte. Für seine Malerei war Wilhelm Busch der Aufenthalt in Antwerpen zum entscheidenden Erlebnis geworden: »In Antwerpen sah ich zum erstenmal im Leben die Werke alter Meister: Rubens, Brouwer, Teniers; später Frans Hals. Ihre göttliche Leichtigkeit der Darstellung, die nicht patzt und kratzt und schabt, diese Unbefangenheit des guten Gewissens, welches nichts zu vertuschen braucht, dabei der stoffliche Reiz eines schimmernden Juwels, haben für immer meine Liebe und Bewunderung gewonnen; und gern verzeih ich’s ihnen, daß sie mich zu sehr geduckt haben, als ich’s je recht gewagt hätte, mein Brot mit Malen zu verdienen, wie manch anderer auch« (zit. nach: ebd., S. 16).
Die kleinen Ölskizzen Wilhelm Buschs blieben bis auf die späten Landschaften dem so bewunderten altniederländischen Vorbild verbunden. Die Bilder der siebziger Jahre zeichnen sich durch die Vorliebe für eine fast monochrome Tonigkeit aus, Braun- und Rottöne überwiegen. Busch malte seine Bilder mit raschen, skizzierenden Pinselstrichen, so den Bezug zu seiner Zeichenkunst wahrend. Der Farbauftrag ist oft dünn, Teile des Malgrundes bleiben unbedeckt und die Holzmaserung sichtbar. Die Malweise ist von Frans Hals beeinflußt, den er noch mehr als »Rubens und Rembrandt und Van Dyck« (ebd., S. 79) schätzte. Die Motive, kleine Szenen mit zwei oder drei Personen aus dem ländlichen Arbeitsalltag, dem Leben im Haus, mit Streit und Züchtigung der Kinder, den unvermeidlichen Wirtshausdarstellungen scheinen eher dem Werk des Adriaen Brouwer oder der Brüder Ostade entlehnt. Wilhelm Busch mochte nur gestalten, was er kannte. So fand die bäuerliche Welt in seine Bilder und Bildgeschichten entschiedener Eingang als das Leben in den Städten, und eine besondere Bedeutung besitzt die Darstellung von Kindern. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Wilhelm Busch. Der Maler und Zeichner, Jubiläumsausstellung , Hannover, Provinizial-Museum, 1932
– Wilhelm Busch, der Maler und Zeichner (Wilhelm-Busch-Jubiläumsausstellung), Hannover, Provinzial-Museum, April - Juli 1932

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1908: Wilhelm Busch, Ausst.-Kat. Künstlerhaus, Berlin, Oktober 1908, Kat.-Nr. 22
– Ausst.-Kat. Hannover 1932: Wilhelm Busch, der Maler und Zeichner. Führer durch die Wilhelm-Busch-Jubiläumsausstellung im Provinzial-Museum Hannover, hrsg. v. Alexander Dorner, Ausst.-Kat. Wilhelm-Busch-Gesellschaft, Hannover, 4.-7.1932, Kat.-Nr. 32
– Ausst.-Kat. München 1908: Wilhelm Busch, hrsg. von Fritz von Ostini, Ausst.-Kat. Galerie Heinemann, München, April 1908, Kat.-Nr. 170
– Dorner 1932: Alexander Dorner, Wilhelm Busch, der Maler und Zeichner. Führer durch die Wilhelm-Busch-Jubiläumsausstellung im Provinzial-Museum Hannover, Hannover, Wilhelm Busch-Gesellschaft, 1932, Kat.-Nr. 32
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 136 mit Abb.
– Nöldeke 1909: Hermann Nöldeke, Adolf Nöldeke und Otto Nöldeke, Wilhelm Busch, München, Lothar Joachim, 1909
– Ostini 1908: Fritz von Ostini (Hrsg.), Wilhelm Buschs künstlerischer Nachlaß, München, Hanfstaengl, 1908, Abb. o. S
– Wesenberg 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig, Seemann, 2001, S. 78 f., Kat.-Nr. 77, Farbabb. S. 79
– WVZ Gmelin 1980: Hans Georg Gmelin, Wilhelm Busch als Maler. Mit einem vollständigen Werkverzeichnis nach Vorarbeiten von Reinhold Behrens, Berlin, Mann, 1980, S. 249, Kat.-Nr. 236 mit Abb.


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